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Wärmepumpe – was muss man darüber wissen?

By 2024.04.07.Juli 7th, 2025No Comments

Warum hört man immer mehr davon?

Der Erfolg dieses alternativen Heizsystems beruht auf zwei Hauptfaktoren. Einerseits auf dem grünen Denken, der zunehmenden Bedeutung alternativer Heizlösungen gegenüber fossilen Energieträgern. Es ist ein Trend, auf den man aufspringen kann, aber nicht muss (noch nicht). Man muss jedoch erkennen, dass sowohl die nationalen als auch die europäischen Regelungen und Umweltschutzbestrebungen ganz klar in Richtung deutlicher CO₂-Reduktion zielen. Alternative Heizlösungen stehen dabei im Fokus der Förderungen, während Nutzer fossiler Energieträger zunehmend bestraft werden – ja, auch wir einfachen Privathaushalte.

Der zweite Faktor ist, dass man (nach der Investition) bei der monatlichen Rechnung günstiger wegkommt als etwa mit einem 20 Jahre alten Gasheizkessel. Warum? Weil Wärmepumpen eine effiziente Energienutzung haben und die benötigte Heizenergie zum Großteil aus der Umweltwärme stammt (im besten Fall der Großteil). Den Rest der Energie liefert Strom, der als saubere Energie gilt und – wie wir bereits gelernt haben – klar in Richtung erneuerbarer Energien weist.

Funktionsweise von Wärmepumpen

Eine Wärmepumpe kann man sich vorstellen wie einen vergrößerten Kühlschrank mit umgekehrtem Betriebsprinzip. Sie arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Kühlschrank, jedoch läuft der Prozess in umgekehrter Richtung ab. Grundlage ist ein spezielles Kältemittel, das durch Phasenwechsel Wärme aufnimmt und transportiert.

Der gesamte Prozess, auch für technisch weniger Versierte:

  • Verdampfung:
    Zu Beginn befindet sich das Kältemittel in flüssiger Form bei niedriger Temperatur und hohem Druck. Dabei ist es fähig, Wärme aufzunehmen – es nimmt Umgebungswärme über den Wärmetauscher auf und verdampft.

  • Verdichtung:
    Das gasförmige Kältemittel gelangt in den Kompressor, wo es verdichtet und dadurch stark erwärmt wird. Die so entstehende Hochtemperatur wird an den nächsten Teil des Systems weitergegeben.

  • Verflüssigung:
    Das nun heiße Gas wird durch einen zweiten Wärmetauscher (Kondensator) geleitet, wo es Wärme an das Heizsystem abgibt und sich dabei wieder verflüssigt. Der Prozess beginnt von vorne.

Dieses Prinzip ermöglicht es der Wärmepumpe, effizient Wärme zu transportieren und sowohl zum Heizen als auch Kühlen eingesetzt zu werden.

Arten von Wärmepumpen

  • Luft-Luft-Wärmepumpe:
    Nutzt die Außenluft zur Beheizung oder Kühlung der einströmenden Raumluft. Diese Systeme sind einfach zu installieren und für viele Gebäudetypen geeignet. Ihre Effizienz hängt stark von der Außentemperatur ab – je kälter der Winter, desto schwieriger die Heizleistung.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe:
    Nutzt ebenfalls die Außenluft, erwärmt oder kühlt jedoch Wasser, das dann zum Beispiel Radiatoren versorgt.

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe:
    Diese Systeme werden als geothermische Wärmepumpen bezeichnet, da sie die Erdwärme nutzen. Die Temperatur des Bodens bleibt konstant, daher arbeiten sie auch an den kältesten Wintertagen sehr effizient. Sie sind für alle Arten von Gebäuden geeignet, zur Heiz- und Kühlfunktion sowie zur Warmwasserbereitung. Die Installation erfordert in der Regel Erdsonden- oder Brunnenbohrungen. Die Wärme wird über Grundwasser, Erdsonden, Erdkollektoren oder Wärmekörbe gewonnen und an das wassergeführte Heizungssystem weitergegeben.

  • Wasser-Luft-Wärmepumpe:
    Eine seltene Lösung in Österreich, ideal für Hallen, Folientunnel oder große Räume, die mit zugeführter Luft beheizt werden. Ähnlich wie bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe, aber die Wärme erwärmt hier die Luft, die in den Raum geblasen wird.

Jede Wärmepumpenart hat ihre Vorteile und Anwendungsbereiche, doch geothermische Wärmepumpen gelten als die besten hinsichtlich Effizienz und langfristiger Einsparungen. Durch die Nutzung der konstanten Erdwärme bieten sie eine zuverlässige Wärmequelle, unabhängig von äußeren Bedingungen.

Die Wasser-Wasser-Technologie erlebt gerade eine Renaissance, da ihre Anfänge bis 1948 zurückreichen. Prof. László Heller spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung moderner Kompressor-Wärmepumpen und war 1948 an der Planung der noch heute in Betrieb befindlichen Wärmepumpe des Zürcher Rathauses beteiligt, die die Wärme aus dem Wasser der Limmat gewinnt.